Die kurze Geschichte des ASG

Das Schulzentrum West heute. Im Vordergrund das ASG (Foto: Kurt Fuchs)

Es gibt Schulen, die haben eine lange Tradition und befinden sich in alt-ehrwürdigen Gemäuern, in denen schon viele Generationen von Schülern Latein paukten oder die kahlen Wände des Karzers beschmierten. Unsere Schule gehört nicht zu ihnen. Warum das so ist, wird klar, wenn man einen Blick auf die junge Geschichte des ASG wirft.

Die beginnt irgendwann in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als sich Erlangen im Sog von Universität und Weltfirma anschickte, eine Großstadt zu werden. Bild: die Bevölkerungsentwicklung Erlangens
Junge Familien zogen zu, der Stadtkern bot keine passenden Wohnungen und Häuser mehr, und so erschloss man den Westen jenseits der Regnitz, wo ja auch ursprünglich das alte Erlangen lag. Noch vorhandene Waldflächen wurden abgeholzt und machten mehrstöckigen Mietshäusern, Hochhäusern und Einfamilienhaussiedlungen Platz. Bild: Büchenbacher Damm 1972 Der Baustil entsprach dem Gefühl der Zeit. Alles sollte möglichst "funktional" sein. So ist es kein Wunder, dass sich unsere Schule heute als "Betonklotz" präsentiert und den gleichen Charme besitzt wie z.B. das Erlanger Rathaus, das etwa zur gleichen Zeit entstand. Bild: Die Skyline des Erlanger Westens
In wenigen Jahren verdreifachte sich die Bevölkerung, Kinder wurden geboren und wuchsen heran, d. h. Schulen mussten gebaut werden, wenn man vermeiden wollte, die Schüler den Verlockungen eines langen Schulweges auszusetzen oder, wie es der damalige Oberbürgermeister Dr. Lades ausdrückte, das neue Wohnviertel zu einem reinen, kulturlosen "Vorort" verkommen zu lassen.

 


Blick über die ASG-Baustelle nach Süden

So entstand ein "kulturelles" Zentrum im Westen der Stadt mit Volksschule, kirchlichem Gemeindezentrum, Sportanlagen und einem mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasium. Der erste Name unserer Schule war "Gymnasium Erlangen-West", der erste Schultag war der 7. September 1965, und er fand nicht in dem Gebäude statt, in dem wir uns heute befinden, da dieses noch gar nicht existierte, sondern in der benachbarten Hermann-Hedenus-Schule, wo sich damals knapp 60 Sextaner zu zwei 5. Klassen zusammenfanden und sich die Pioniere der neuen Schule nennen durften.


Das Albert-Schweitzer-Gymnasium 1973, im Hintergrund die Baustelle des "Langen Johann"

Damit war das fünfte Gymnasium in Erlangen geboren. In der ersten Sitzung des Elternbeirats wurde einstimmig beschlossen, dass die neue Schule den Namen "Albert-Schweitzer-Gymnasium" (ASG) erhalten soll. Jedoch fehlte zu dieser Zeit einfach der Grund, warum ausgerechnet Albert Schweitzer seinen Namen für die neue Schule hergeben sollte. Hinzu kam noch, dass alle bereits existierenden Schulen in Erlangen ihre Namen von Berühmtheiten aus Erlangen erhielten. Somit fiel das ASG total aus der Rolle!

 


Albert Schweitzer

Um dieses Problem zu lösen, entschloss sich ein einflussreicher Universitätsprofessor aus Erlangen (Dr. Dr. h. c. Heinrich Franke), seinen letzten Brief, den er von Albert Schweitzer bekommen hatte, der Schule zu übergeben: Den legendären Albert-Schweitzer-Brief. Aber nicht nur dieser Brief verbindet das ASG mit seinem Namespaten sondern auch dessen Todestag, der zufälligerweise mit dem Gründungstag der Schule zusammenfällt.

Wenige Jahre später war das neue Schulhaus für das ASG fertiggestellt. Doch hätte man den rasanten Bevölkerungsanstieg in Erlangen richtig vorhergesehen, so wären zahlreiche Gebäudeerweiterungen nicht nötig geworden. Jahre später nämlich platzte das ASG aus allen Nähten. Deshalb wurde ein Neubautrakt im Norden angebaut, der bis heute als "Fremdkörper" erscheint, da er ab dem 2. Stock keine direkte Verbindung über den Flur zum Hauptgebäude hat. In den 90er Jahren kamen dann noch zwei MKs (vier mobile Klassenzimmer) hinzu, die fast ein Drittel unseres Pausenhofes einnehmen.


Die mobilen Klassenzimmer im Pausenhof (2003)

2005 wurde noch ein weiteres Gebäude im Pausenhof erbaut, das der Mittagsbetreuung und der Verpflegung der Schüler dienen soll.


Der Neubau im Pausenhof (2005)

 


Wie man sieht, wird das Angebot inzwischen von vielen Schülern angenommen.


Dank unserer kreativen Kunstabteilung kann sich unser Schulhaus sehen lassen. Graffiti, Gemälde und Plastiken überdecken fast überall den grauen Beton und machen das Gebäude humaner. Vor dieser Kulisse sind die Schüler auch zu Höchstleistungen fähig, was sich in zahlreichen Auszeichnungen auf allen Gebieten widerspiegelt: Sport (z.B. Handball), Denksport (Schach), Bundeswettbewerb Mathematik, Jugend forscht, usw.

Seit Oktober 2008 haben wir endlich einen zweiten Computerraum.

Für die Erweiterung unseres Schulgeländes (mit Fahrradständern am Ost-Eingang), einen weiteren, dringend benötigten Chemiesaal und die Überdachung des Atriums fehlt bislang das Geld.

Im Juli 2011 - nach dem G8/G9-Doppelabitur - soll mit der dringend notwendigen Sanierung des Albert-Schweitzer-Gymnasiums begonnen werden.

Aus Geldmangel seitens der Stadt wird die Sanierung wieder mal verschoben, neuer Termin ist 2013. 

© ASG Erlangen 2012