Schreibwettbewerb der Schreibwerkstatt

Die Schülerinnen, die in der Schreibwerkstatt mitarbeiten, schreiben einfach gern. In diesem Jahr gab es Schreibanlässe, die mit bestimmten Orten verbunden waren:

Das ASG vor 40 Jahren, der Raum 016, der Kirchner-Garten, wo wir in der warmen Sonne Zwiegespräche mit Skulpturen erdachten, der  fast leere Erlanger Berg an einem frühen Juniabend…

Und Gegenstände als Objekte für Aufwärmübungen: ein Apfel zum Beispiel.

Das liest sich dann so: 

Fingerübungen zum Aufwärmen 

Gedanken zu einem Apfel

Kann man sie essen? Ja.Kann man mit ihnen Baseball spielen?  Bedingt.Sind sie als Mordwaffe geeignet?  Manchmal.Der Apfel ist eine vielseitige Frucht. Oder ist er etwa ein Gemüse wie die Avocado? Nein, eher Frucht. Oder hat man schon mal etwas von einem Rosenkohl-Rosinen-Kuchen gehört? Mann, das wäre grausam...Außerdem kann man damit Märchenprinzessinnen in die Arme von Gnomen treiben. Ach nee, war doch ein Prinz, ist aber fast dasselbe ....Julia Agrikola, Klasse 9a

 

                     

 

Oder so:

 

Der Apfel

Da, in der Ecke gefällt er mir besser. Er schaut gerade aus, als würde er die Mitte des Plastikdeckels betrachten. Der Deckel, der entfernt an die Sonne erinnert. Der Kreis in der Mitte der Himmelskörper selbst. Die Erhebungen, die ihn umschließen und ihm seine Form geben, die Strahlen.
Es scheint ihm zu gefallen, sich einmal in seiner Umgebung umsehen zu können.
Wie ein Philosoph, der zuerst seine Welt betrachtet, über sie staunt und dann vielleicht zu großen Gedanken kommt.
Wird er vielleicht auch zu so etwas kommen?
Doch nein, es ist ein Apfel.
Und nun, was? Und nun ist der kurze Augenblick - wie  richtig das Wort und doch durch das Fehlen seines ersten Teils an der Frucht  seiner Zweideutigkeit beraubt - vorbei und er ist -vielleicht hoffnungsvoll verändert - zurück inmitten seines Heiligenscheins.

 

Laura Erdmann, Klasse 10a

© ASG Erlangen 2010