Warum fließt Donauwasser in unserer Regnitz?

Dieser Frage gingen 30 Schülerinnen und Schüler der Geographiekurse in der Q12 nach. Die Exkursion führte die Oberstufenschülerinnen in das Fränkische Seenland, wo vor gut 60 Jahren aus einer forst- und landwirtschaftlich geprägten Region ein Naherholungsgebiet mit Altmühlsee, Rothsee und dem Brombachspeicher geschaffen wurde. Ein Projekt, das heute in der Form wahrscheinlich nicht mehr durchsetzbar wäre.

Neben der ökonomischen Zielsetzung, Arbeitsplätze in einem strukturschwachen Raum zu schaffen, galt das eigentliche Augenmerk dieser gigantischen Umgestaltung der Wasserversorgung ganz Nordbayerns. Es wird Wasser aus der Donau in die Zwischenspeicher – eben jene neu geschaffenen Seen - gepumpt. Die europäische Wasserscheide (Fränkische Alb, Schwäbische Alb) muss überwunden werden, um aus dem regenreichen Südbayern Wasser in das v.a. im Sommer sehr trockene Mittelfranken zu leiten. Das Knoblauchsland bewässert sein regionales Gemüse mit diesem Wasser, der Main ist im Hochsommer nur deshalb schiffbar, der Main-Donaukanal benötigt immer wieder frisches Wasser, Rednitz und Regnitz erhalten sauerstoffreiches Wasser aus dem Süden.

Die Stationen der Exkursion führten die Schülerinnen und Schüler vom Infozentrum des Seenlandes über das dort errichtete Wasserkraftwerk auf den 32m hohen Hauptdamm des Brombachspeichers. Inhaltlich begleitet wurde der Tag durch Referate, die neben dem Bau des Seenlandes, Kraftwerksarten, Tourismus auch den Naturschutz und den Rhein-Main-Donaukanal mit seinen Schleusen behandelten. Eine Überfahrt mit dem Trimaran MS Brombachsee von Pleinfeld nach Absberg mit Blick auf die Floating Villages gehörte ebenso zum Programm.

Am letzten Programmpunkt, der Schleuse Hiltpoltstein – eine der größten Schleusen in Europa – konnte beobachtet werden, wie ein beladener Leichter (Transportschiff auf dem Kanal – hier gut 100m lang) die 24m Höhenunterschied überwand. Theoretisch hätte die Gruppe mit diesem Schiff gemütlich bis nach Erlangen fahren können – der Bus war aber bequemer und deutlich schneller.

Nach 8 Stunden Hydrogeographie, ein Thema, welches durch den Klimawandel und daher herrschendem Wassermangel weltweit immer mehr in den Focus rückt, kehrte die Gruppe voller regionaler Eindrücke ans ASG zurück.

(Bericht und Fotos: S. Willinger, R. Ochmann)

Warum fließt Donauwasser in unserer Regnitz?
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